Ein Akupunkturprotokoll für die Behandlung direkt vor & nach dem Embryotransfer (Blog)

Hier ein Behandlungsprotokoll für eine Studie an deren Vorschlag Jane Lyttleton mitgearbeitet hat. Jane Lyttleton ist die Autorin des Buches “Fertilitätsstörungen behandeln mit chinesischer Medizin” aus dem Elsevier Verlag. Die englische Version gibt es in einer zweiten (verbesserten) Auflage.

Die Erstanamnese für die Akupunkturbehandlung und die erste Behandlung wird zwischen dem 6. und 8. Tag der Stimulanzperiode für den IVF Zyklus durchgeführt. Sie dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Zusätzlich kommen noch 2 weitere Behandlungen: Eine direkt vor dem Embroytransfertermin und die andere gleich danach.

Vorbehandlung mit Erstanamnese

Folgende Punkte werden immer mit genadelt: Ma29, Ren4, Ren6, Mi6 und Mi10. Dazu kommen noch bis zu 5 weitere Punkte, die sich aus der TCM Diagnose ergeben. Alle Punkte (außer Ren und Du Mai Punkte und Yin Tang) werden bilateral genadelt.

Das Protokoll für die Behandlung am Tag des Embryotransfer

Bei den Punkten für die Behandlung vor dem ET (Embryotransfer) gibt es folgende Auswahl: Mi8, Mi10, Le3, Ren4 Dazu kommt einer von folgenden Punkten: He7, Pc6, Yin Tang, sowie weiterhin: Du20, Ni3, Ma36, Mi 6 und die Ohrakupunkturpunkte Shenmen und Zhigong

Die Nadeltechnik ist durch die Nutzung des ‘Park Sham’ Einführungsröhrchen vorgegeben: Nadeln werden vertikal zur Hautoberfläche bis zu 2 cm tief eingeführt. Für die Behandlung vor dem ET ist ein ‘de qi’ Gefühl erwünscht und wird manuell stimuliert.

Bei der Behandlung nach dem ET wird kein ‘de qi’ manuell provoziert. Leider geht aus der Beschreibung nicht hervor, welche Punkte für die Behandlung nach dem ET benutzt werden. Meine Vermutung ist, daß die gleichen Punkte wie in der Behandlung vor dem Transfer genommen werden, ohne das ‘de qi’ explizit zu stimulieren.

Vermutung ist, daß die gleichen Punkte wie in der Behandlung vor dem Transfer genommen werden, ohne das ‘de qi’ explizit zu stimulieren.

Die Nadeln bleiben für 25 Minuten in situ.

Die Kontrollgruppe (Placebo control)

Kurze Anmerkung: Stephen Birch hat in einer Veröffentlichung in dem Buch ‘Evidence-based Research Methods for Chinese Medicine‘ von 2016 noch einmal klar dargestellt, warum die sog. Sham Akupunktur eigentlich keine Placebo Kontrollfunktion in klinischen Studien darstellt.

Diese Studie umgeht das Problem mit der Einführung einer 3. Kontrollgruppe, welche gar keine Akupunktur erhält. Die 3. Kontrollgruppe hat aber keine randomisierte Zuweisung. Sie besteht aus Teilnehmerinnen, die die Behandlung mit Akupunktur nicht erüwnschen, aber an der Studie für die Datenerfassung teilnehmen.

Quellenangaben:

Title der Publikation:
Acupuncture to improve live birth rates for women undergoing in vitro fertilization: a protocol for a randomized controlled trial

Im Internet: Trials201213:60 DOI: 10.1186/1745-6215-13-60

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